Aspergillus spp.

Aspergillus spp. sind filamentöse, sporenbildende Pilze (d. h. Konidien) aus der Familie der Trichocomaceae. Die Gattung Aspergillus umfasst zahlreiche Arten, von denen einige bekannt sind und als bedeutende opportunistische Krankheitserreger in klinischen Umgebungen gelten, wie zum Beispiel A. fumigatus, A. niger, A. flavus, A. terreus, A. nidulans und A. clavatus [1]. Aspergillus fumigatus ist die häufigste Ursache von invasiven pulmonalen Infektionen, wohingegen Aspergillus flavus häufiger mit invasiven extrapulmonalen Infektionen in Verbindung gebracht wird. Aspergillose kann in verschiedenen Formen auftreten, ist jedoch selten und tritt vor allem bei immungeschwächten Patienten auf. Das Lungensystem und der Magen-Darm-Trakt sind die primären und sekundären Lokalisationen der invasiven Aspergillose. Die Mortalitätsrate liegt bei der intestinalen Aspergillose bei 39 %, weshalb die Prävention zur Verringerung der Schädigung von Patienten eine wichtige Rolle spielt.

Relevanz des Erregers bei der Übertragung in der Endoskopie

  • Gastroenterologie: Mittel bis hoch

  • Pneumologie: Hoch

  • Hals, Nasen, Ohren: Hoch

  • Urologie: Hoch

Relevanz für Endoskopaufbereitung

  • Organismus von mittlerer bis hoher Bedenklichkeit

Je nach Spezies, da die überwiegende Mehrheit der Spezies unter Aspergillus aus der Umwelt stammt und für immunkompetente Personen häufig harmlos ist.

Aspergillus kann als Umweltkontaminant aus der Luft oder dem Wasser auftreten und wurde in der Literatur als Verunreinigung der GI-Wasseraufbereitungssysteme, die automatisierte Aufbereitungsanlagen versorgen (z. B. RDG-E), identifiziert [4].

Durch Bauarbeiten, Gartenarbeiten und Renovierungen von Gebäuden können Pilzsporen in die Luft freigesetzt werden, was zu einer anhaltenden Kontamination der Luftzirkulationssysteme führen kann.

Das Auftreten von aus der Umwelt erworbenen Aspergillus, die bei der hygienisch-mikrobiellen Überwachung von Endoskopen festgestellt werden, kann zu Pseudo-Ausbrüchen führen und potenziell zu einer Gefährdung der Patientensicherheit führen.

Übertragungsweg

Die natürliche Reservoire sind Boden und Pflanzenrhizosphären.

Übertragungswege: direkter Kontakt über kontaminierte medizinische Instrumente (z. B. chirurgische Instrumente, intravaskulär oder intrakardial platzierte Medizinprodukte), Einatmen von Konidien (Sporen) [5].

Resistenz gegen Antimykotika

Es ist klinisch anerkannt, dass A. fumigatus die Fähigkeit besitzt, Resistenzen gegen Medikamente auf Azolbasis zu entwickeln [5][6].

Neue wissenschaftliche Studien zeigen, dass über A. fumigatus hinaus auch zahlreiche andere Stämme damit beginnen, eine Resistenz gegen Antimykotika zu entwickeln [7].

Beispiel: Kultivierungsmethode

SDA (Sabouraud-Dextrose-Agar) oder PDA (Kartoffel-Dextrose-Agar) kommen in der Regel als Nährmedium zum Einsatz, und die Inkubation erfolgt je nach Zielspezies bei 35–37 °C oder 25–30 °C. Während viele Aspergillus spp. innerhalb von drei Tagen wachsen können, ist es wichtig zu beachten, dass Pilzarten häufig einen längeren Zeitraum benötigen, um beobachtbares Wachstum zu zeigen. Diese Unterschiede in der Wachstumsdauer sind zu berücksichtigen, da im Vergleich zur herkömmlichen bakteriellen Inkubation längere Wachstumsperioden erforderlich sind.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Yelika, Suresh Baba et al. “Intestinal Aspergillosis: Systematic Review on Patterns of Clinical Presentation and Management.” Surgical infections vol. 22,3 (2021): 326-333. doi:10.1089/sur.2020.157.

  2. De Francesco MA. Drug-Resistant Aspergillus spp.: A Literature Review of Its Resistance Mechanisms and Its Prevalence in Europe. Pathogens. 2023 Oct 31;12(11):1305. doi: 10.3390/pathogens12111305. PMID: 38003770; PMCID: PMC10674884.

  3. Djenontin, Elie et al. “Antifungal Resistance in Non-fumigatus Aspergillus Species.” Mycoses vol. 68,4 (2025): e70051. doi:10.1111/myc.70051.

  4. Khalsa K, Smith A, Morrison P, Shaw D, Peat M, Howard P, Hamilton K, Stewart A. Contamination of a purified water system by Aspergillus fumigatus in a new endoscopy reprocessing unit. Am J Infect Control. 2014. https://doi.org/10.1016/j.ajic.2014.08.008. Zuletzt aufgerufen im Juli 2025.

  5. CDC. "Antimicrobial-Resistant Aspergillus." Public Health: Aspergillosis, 24 Apr. 2024, www.cdc.gov/aspergillosis/php/guidance/index.html. Zuletzt aufgerufen im Juni 2025.

  6. Garvey, Mary et al. “Efficacy of cleaning, disinfection, and sterilization modalities for addressing infectious drug-resistant fungi: a review.” Journal of applied microbiology vol. 136,1 (2025): lxaf005. doi:10.1093/jambio/lxaf005.

  7. World Health Organization. “Fungal Priority Pathogens List to Guide Research, Development and Public Health Action.” World Health Organization, 2022. https://www.who.int/publications/i/item/9789240060241. Zuletzt aufgerufen im Juli 2025.