Candidozyma (Candida) auris
Candidozyma (früher: Candida) auris ist ein vergleichsweise neuer Erreger, der erstmals 2009 in Japan beschrieben wurde und weltweit nahezu gleichzeitig in medizinischen Einrichtungen auftritt. Er gehört zur Candida-Klade, einer Gruppe genetisch ähnlicher Hefepilze. Während diese Spezies seltener in klinischen Proben nachgewiesen wird als andere Candida-Arten (z. B. C. albicans), hat C. auris in den letzten zehn Jahren in medizinischen Umgebungen sehr schnell multiple Resistenzen entwickelt. Aufgrund der Nischenpräferenz der Spezies ist C. auris ein häufig vorkommender Kommensale auf der menschlichen Haut.
Candidozyma auris wird in sechs genetische Kladen unterteilt (I–VI). Klade II, die vorwiegend in Japan isoliert wurde, ist mit nicht invasiven Fällen assoziiert, während die Kladen I, III und IV mit invasiven Infektionen in Verbindung stehen. Systemische Infektionen, einschließlich Infektionen der Blutbahn, haben eine berichtete Sterblichkeitsrate von 30–60 %. Bei gesunden Menschen verläuft eine Besiedlung meist symptomfrei, sie kann jedoch über einen Monat auf der Haut bestehen bleiben.
Relevanz des Erregers bei der Übertragung in der Endoskopie
Gastroenterologie: Gering
Pneumologie: Hoch
Hals, Nasen, Ohren: Hoch
Urologie: Hoch
Relevanz für Endoskopaufbereitung
Bedenklichkeit: Hoch/High concern organism, der möglicherweise auf Mängel bei der Aufbereitung von Endoskopen hinweist und selten mit der Wasserqualität in Verbindung steht.
Übertragungsweg
Candidozyma auris kann durch direkten Kontakt mit kontaminierten Personen, z. B. durch Hand-zu-Hand-Kontakt oder indirekt über den Kontakt mit kontaminierten Oberflächen, medizinischen Geräten oder Gegenständen übertragen werden. Da der Erreger über längere Zeit in medizinischen Einrichtungen überleben kann, ist eine gründliche Endreinigung und Desinfektion der Patientenzimmer nach der Entlassung infizierter oder besiedelter Personen von entscheidender Bedeutung.
Resistenz gegenüber Antimykotika
Im Vergleich zu anderen Candida-Arten weist Candidozyma auris deutlich höhere Resistenzraten gegen Antimykotika auf. In Studien, in denen die antimykotische Empfindlichkeit von Isolaten aus mehreren Ländern untersucht wurde, erwiesen sich 93 % der Isolate als resistent gegen Fluconazol, 35 % waren resistent gegen Amphotericin B, und 41 % zeigten eine Resistenz gegen mindestens zwei Klassen von Antimykotika. Darüber hinaus wurden auch Isolate identifiziert, die gegen alle drei Hauptklassen von Antimykotika resistent sind.
Quellen und weiterführende Literatur
Satoh, K., et al. Candida auris sp. nov., a novel ascomycetous yeast isolated from the external ear canal of an inpatient in a Japanese hospital. Microbiol Immunol. 2009;53(1):41-4.
Sekizuka, T. et al. Clade II Candida auris possess genomic structural variations related to an ancestral strain. PLoS One. 2019;14(10):e0223433.
Lockhart, S.R., et al. Simultaneous Emergence of Multidrug-Resistant Candida auris on 3 Continents Confirmed by Whole-Genome Sequencing and Epidemiological Analyses. Clin Infect Dis, 2017;64(2):134-40.
Du, Han et al. “Candida auris: Epidemiology, biology, antifungal resistance, and virulence.” PLoS pathogens vol. 16,10 e1008921. 22 Oct. 2020, doi:10.1371/journal.ppat.1008921.
Silva I, Miranda IM, Costa-de-Oliveira S. Potential Environmental Reservoirs of Candida auris: A Systematic Review. Journal of Fungi. 2024; 10(5):336. https://doi.org/10.3390/jof10050336. Aufgerufen Januar 2025.
Cristina, Maria Luisa et al. “An Overview on Candida auris in Healthcare Settings.” Journal of fungi (Basel, Switzerland) vol. 9,9 913. 8 Sep. 2023, doi:10.3390/jof9090913.
Jon Salmanton-García et al. "Candidozyma auris (formerly Candida auris): Resistant, long-lasting, and everywhere". Pre-print published by Elsevier Ltd on behalf of European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1198743X25006330?ref=pdf_download&fr=RR-9&rr=9be52b3f0a16d370. Aufgerufen Januar 2026.