Die Bedeutung von Schulungen für die Endoskopaufbereitung

Frage:

Warum sind umfassende Schulungsmaßnahmen und kontinuierliche Weiterbildungen für medizinische Fachangestellte, die Medizinprodukte aufbereiten, von entscheidender Bedeutung?

Antwort:

Die Aufbereitung von Medizinprodukten ist ein komplexer Prozess, bei dem sich schon kleine Abweichungen auf die Sicherheit der medizinischen Fachangestellten und Patienten auswirken können. Viele medizinische Fachangestellte übernehmen ohne eine formale Ausbildung Aufgaben in der Aufbereitung. Strukturierte Schulungsangebote sind daher unerlässlich, um die Einhaltung validierter Abläufe und die Minimierung von Abweichungen zu gewährleisten.

Effektive Schulungsprogramme kombinieren praktisches Lernen, aus Gebrauchsanweisungen abgeleitete Handlungsanweisungen, Kompetenzbewertungen und kontinuierliche Weiterbildungen, um medizinische Fachangestellte bei der Berücksichtigung aktueller Leitlinien/Normen, Materialien und Technologien zu unterstützen. Von derartigen Schulungsmaßnahmen profitieren nicht nur die medizinischen Fachangestellten für Aufbereitung, sondern auch anderes medizinisches Fachpersonal, das mit Endoskopen arbeitet, Arbeitsabläufe überwacht und zur Infektionsprävention beiträgt, denn sie fördern konsequente Praktiken vom Einsatzort bis zur Aufbewahrung.

Zu vermitteln ist nicht nur, was zu tun ist, sondern auch, warum jeder einzelne Schritt wichtig ist. Dies unterstützt das kritische Denken und die Orientierung an evidenzbasierten Leitlinien, die in nationalen und internationalen Normen und Richtlinien beschrieben sind, etwa der Norm ANSI/AAMI ST91, den allgemeinen CDC-Leitlinien und Empfehlungen von Fachgesellschaften. Zwar können sich spezifische Anforderungen verschiedener Regionen durchaus unterscheiden, doch diese Rahmenwerke legen Wert auf eine kompetenzbasierte Ausbildung, kontinuierliche Weiterbildung und nachgewiesene Kompetenz. In einigen Gesundheitssystemen gibt es formale, offiziell anerkannte Ausbildungsprogramme für die Endoskopie oder Aufbereitung, die dort flächendeckend etabliert und verpflichtend sind. Berufliche Zertifizierungen und strukturierte Bildungswege können als Teil eines umfassenderen Ausbildungsrahmens dazu beitragen, das Basiswissen zu stärken und die vorhandenen Grundkompetenzen auszubauen. Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass gezielte Schulungen und Kompetenzvalidierungen erworbenes Wissen festigen und die Leistung verbessern können.

Zusammenfassung:

Eine strukturierte Weiterbildung kann zur Optimierung von Arbeitsabläufen beitragen, unterstützt die Leistung der Mitarbeitenden und trägt direkt zur Patientensicherheit bei.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Ofstead CL et al., Endoscope Processing Effectiveness: A Reality Check and Call to Action for Infection Preventionists and Clinicians. American Journal of Infection Control, 2023.  https://www.ajicjournal.org/article/S0196-6553(25)00290-1/fulltext. Aufgerufen Januar 2026.

  2. ANSI/AAMI ST91:2021, Flexible and Semi-Rigid Endoscope Processing in Health Care Facilities. 
    https://webstore.ansi.org/standards/aami/ansiaamist912021. Aufgerufen Januar 2026.

  3. Centers for Disease Control and Prevention (CDC), Guideline for Disinfection and Sterilization in Healthcare Facilities (2008; Update May 2019).  https://www.cdc.gov/infection-control/hcp/disinfection-and-sterilization/index.html. Aufgerufen Januar 2026.

  4. CDC/HICPAC, Essential Elements of Reprocessing Flexible Endoscopes (2017). https://www.cdc.gov/hicpac/media/pdfs/essential-elements-508.pdf. Aufgerufen Januar 2026.

  5. Beilenhoff U et al.: Reprocessing of flexible endoscopes and endoscopic accessories used in gastrointestinal endoscopy: Position Statement of the European Society of Gastrointestinal Endoscopy (ESGE) and European Society of Gastroenterology Nurses and Associates (ESGENA) – Update 2018. Endoscopy 2018; 50: 1205-1234.

  6. Devereaux BM, Jones D, Wardle E, on behalf of the Infection Prevention and Control in Endoscopy Committee. Infection Prevention and Control in Endoscopy 2025 Update. Melbourne: Gastroenterological Society of Australia, 2025.