Best Practices für Dichtheitstests: Es kommt auf das richtige Vorgehen an

Frage:

Welche Best Practices für die Durchführung manueller Dichtheitstests bei flexiblen Endoskopen gibt es, und warum kommt es auf das richtige Vorgehen an?

Antwort:

Der manuelle Dichtheitstest ist ein wichtiger Schritt vor der manuellen Reinigung, um Schäden festzustellen, die zum Eindringen von Flüssigkeit in das Endoskop führen könnten. Das frühzeitige Feststellen von Leckagen trägt zum Schutz interner Komponenten bei, unterstützt eine wirksame Aufbereitung und reduziert das Risiko einer Beschädigung des Endoskops.

Zu einem ordnungsgemäßen manuellen Dichtheitstest gehört mehr als das richtige Anschließen des Dichtheitsprüfgeräts. Zu anerkannten Best Practices zählen:

  • Vor Anschließen des Dichtheitsprüfgeräts an den Versorgungsstecker des Endoskops sicherstellen, dass beide trocken sind, um das direkte Eindringen von Flüssigkeit in das Endoskop zu vermeiden.

  • Im Fall eines zweistufigen Testverfahrens (erst trocken, dann nass) das Endoskop nur eintauchen, wenn der trocken durchgeführte Dichtheitstest erfolgreich war.

  • Das Endoskop unter den vorgesehenen Prüfdruck setzen; bei nass durchgeführten Dichtheitstests ist dies bereits vor dem Eintauchen von besonderer Bedeutung, um das Eindringen von Flüssigkeit zu vermeiden.

  • Das gesamte Endoskop in Ruhe untersuchen, da Leckagen klein und schwer erkennbar sein können.

  • Das Distalende abwinkeln und die Steuerung bedienen, um Abwinkelungsteile und Dichtungen zu belasten.

  • Manuelle Dichtheitstests sollten zusätzlich zu jeglichen automatisierten Funktionen zur Dichtheitsprüfung von Reinigungs-Desinfektionsgeräten für Endoskope (RDG¬-E) gemäß Herstellerangaben in der Gebrauchsanweisung und geltender Leitlinien durchgeführt werden.

  • Das weitere Vorgehen nach Feststellung einer Leckage kennen.

Wenn Blasen aus einem Kanal austreten und unklar ist, ob es sich um eine Leckage oder nur um Lufteinschlüsse handelt, kann eine Spülung des Kanals mit Wasser (zum Beispiel mithilfe einer Spritze) zur Entfernung der Lufteinschlüsse beitragen, um anschließend die Lage besser beurteilen zu können.

Nationale und regionale Leitlinien für die Aufbereitung betonen konsequent, dass vor Beginn der manuellen Reinigung ein Dichtheitstest gemäß Herstellerangaben in der Gebrauchsanweisung durchzuführen sind. In diesem Gesamtkontext gilt der manuelle Dichtheitstest als wichtiger Schritt zur Feststellung von Schäden vor dem Eindringen von Flüssigkeit. Ein aussagekräftiges Ergebnis hängt dabei vom richtigen Vorgehen im Rahmen der ordnungsgemäßen Durchführung durch geschultes Fachpersonal ab.

Zusammenfassung:

Manuelle Dichtheitstests sind nicht nur ein Schritt auf der Checkliste. Mit einer korrekten Druckbeaufschlagung, sorgfältigen Inspektion und aufmerksamen Beobachtung können Schäden frühzeitig erkannt und eine sichere, effektive Endoskopaufbereitung gewährleistet werden.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. ANSI/AAMI ST91:2021, Flexible and Semi-Rigid Endoscope Processing in Health Care Facilities. https://webstore.ansi.org/standards/aami/ansiaamist912021. Aufgerufen Januar 2026.

  2. Centers for Disease Control and Prevention (CDC), Guideline for Disinfection and Sterilization in Healthcare Facilities (2008; Update May 2019).  https://www.cdc.gov/infection-control/hcp/disinfection-and-sterilization/index.html. Aufgerufen Januar 2026.

  3. CDC/HICPAC, Essential Elements of Reprocessing Flexible Endoscopes (2017). https://www.cdc.gov/hicpac/media/pdfs/essential-elements-508.pdf. Aufgerufen Januar 2026.

  4. Working Group Instrument Processing: Instrument processing – Value-Retaining Processing of Flexible Endoscopes. 1[st] edition, 2021.

  5. Beilenhoff U et al.: Reprocessing of flexible endoscopes and endoscopic accessories used in gastrointestinal endoscopy: Position Statement of the European Society of Gastrointestinal Endoscopy (ESGE) and European Society of Gastroenterology Nurses and Associates (ESGENA) – Update 2018. Endoscopy 2018; 50: 1205-1234.