Tests zur Reinigungsprüfung bei Endoskopen

Frage:

Was sind Tests zur Reinigungsprüfung bei Endoskopen?

Antwort:

Die Reinigungsprüfung erfolgt nach der manuellen Reinigung, bevor ein Endoskop desinfiziert oder sterilisiert wird. Ihr Zweck besteht darin, verbleibende organische Substanzen zu erkennen, die durch eine Sichtprüfung nicht feststellbar sind. Je nach Test erfolgt eine Prüfung auf Adenosintriphosphat (ATP), Proteine, Kohlenhydrate und/oder Hämoglobin. Ziel der Reinigungsprüfung ist es, die Aufbereitungsfachkraft darüber zu informieren, ob zusätzliche manuelle Reinigungsmaßnahmen durchgeführt werden sollten, um organische Rückstände am Endoskop weiter zu reduzieren. Dies ist besonders wichtig vor dem Hintergrund gemeldeter Herausforderungen bei der Durchführung der manuellen Reinigung sowie relevanter Unterschiede beim Zeitaufwand [1 - 3].

Einige Richtlinien und Normen tragen diesen Herausforderungen Rechnung, indem sie die Implementierung von Tests zur Reinigungsprüfung als Teil der Qualitätskontrolle im Rahmen der Aufbereitung empfehlen oder voraussetzen [4]. Organische Rückstände können die Wirksamkeit von Desinfektion und Sterilisation beeinträchtigen, indem sie eine Barriere bilden, die den Kontakt von Desinfektionsmitteln oder Dämpfen mit den Oberflächen des Produkts verhindert. Darüber hinaus können Rückstände die Biofilmbildung fördern, was zu anhaltender Kontamination führen kann [5 - 7].

Mit der Reinigungsprüfung erhalten Endnutzer ein Maß für die Wirksamkeit der Reinigung. Dies kann bei der Bestimmung helfen, ob die manuelle Reinigung gründlich, ordnungsgemäß laut entsprechenden Schulungen und mit geeigneten Hilfsmitteln erfolgt. Bei den Tests zur Reinigungsprüfung gibt es durchaus Unterschiede. Daher sollten medizinische Einrichtungen bei der Bewertung erhältlicher Produkte sorgsam vorgehen und bei der Auswahl eines Tests die relevante wissenschaftliche Literatur berücksichtigen. Zu den wichtigsten Kriterien zählen die Benutzerfreundlichkeit, die Kompatibilität mit dem Workflow der Einrichtung und die mit dem Analyten verbundenen Benchmark- oder Schwellenwerte. Für die ordnungsgemäße Durchführung von Tests und zur richtigen Interpretation der Ergebnisse ist stets die Gebrauchsanweisung des Herstellers zu beachten.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Sivek AD, Davis J, Tremoulet P, et al. Healthcare worker feedback on duodenoscope reprocessing workflow and ergonomics. Am J Infect Control. 2022;50(9):1038-1048. doi:10.1016/j.ajic.2022.01.012.

  2. van der Ploeg K, Vos MC, Erler NS, et al. Impact of duodenoscope reprocessing factors on duodenoscope contamination: a retrospective observational study. J Hosp Infect. 2024;154:88-94. doi:10.1016/j.jhin.2024.09.018.

  3. Ofstead CL, Hopkins KM, Buro BL, Eiland JE, Wetzler HP. Challenges in achieving effective high-level disinfection in endoscope reprocessing. Am J Infect Control. 2020;48(3):309-315. doi:10.1016/j.ajic.2019.09.013.

  4. Association for the Advancement of Medical Instrumentation. ANSI/AAMI ST91:2021 Flexible and semi-rigid endoscope processing in health care facilities. AAMI; 2021. https://www.aami.org/st91.

  5. Johani K, Hu H, Santos L, et al. Determination of bacterial species present in biofilm contaminating the channels of clinical endoscopes. Infect Dis Health. 2018;23(4):189-196. doi:10.1016/j.idh.2018.06.003.

  6. Primo MGB, Tipple AFV, Costa DM, et al. Biofilm accumulation in new flexible gastroscope channels in clinical use. Infect Control Hosp Epidemiol. 2022;43(2):174-180. doi:10.1017/ice.2021.99.

  7. Ren-Pei W, Hui-Jun X, Ke Q, Dong W, Xing N, Zhao-Shen L. Correlation between the growth of bacterial biofilm in flexible endoscopes and endoscope reprocessing methods. Am J Infect Control. 2014;42(11):1203-1206. doi:10.1016/j.ajic.2014.07.029.