Vorteile für die Infektionsprävention durch den Umstieg auf einen RDG-E

Frage:

In meiner Einrichtung wird eine manuelle Desinfektionsmethode zur Aufbereitung unserer flexiblen Endoskope angewendet. Welche Vorteile hat der Umstieg auf ein Reinigungs-Desinfektionsgerät für Endoskope (RDG-E) im Hinblick auf die Infektionsprävention?

Antwort:

Die maschinelle Desinfektion (HLD, high-level disinfection) ist weithin als Standard für die Aufbereitung semikritischer flexibler Endoskope anerkannt. Im Bereich der Endoskope bieten RDG-E den Anwendern die Möglichkeit, flexible, halbstarre und manchmal sogar starre Endoskope (je nach Gebrauchsanweisung des Herstellers) maschinell aufzubereiten. Bei der manuellen Desinfektion müssen die Anwender Desinfektionsmittel in großen Behältern vorhalten, die Endoskope in die Chemikalien eintauchen und umfangreiche Spülvorgänge durchführen. Hier besteht ein größeres Fehlerrisiko, da fast alle Messungen und Überwachungen des Prozesses auf den Schultern des medizinischen Fachpersonals lasten.

Aus Sicht der Infektionsprävention besteht ein potenzielles Risiko, da eine unwirksame Desinfektion zu einer Übertragung von Mikroorganismen zwischen Patienten führen kann. Eine falsche Konzentration des Desinfektionsmittels, abweichende Einweichzeiten und eine inkorrekte Spülung der Kanäle sind Beispiele für Faktoren, die zu einem ineffektiven Desinfektions-Zyklus führen können. RDG-E bieten zahlreiche Technologien, die die physische Belastung bei der Durchführung der Desinfektion verringern und gleichzeitig Mess- und Überwachungsfehler reduzieren. Je nach RDG-E-Modell können folgende Vorteile bestehen:

  • Minimierte Exposition gegenüber den meisten Desinfektionsmitteln – Die Desinfektionsmittel sind in geschlossenen Behältern verpackt, die im RDG-E eingesetzt werden.

  • Temperaturüberwachung – Einige RDG-E können die Temperatur des Desinfektionsmittels überwachen und sie je nach dem erforderlichen Temperaturbereich des Desinfektionsmittels anpassen.

  • Drucküberwachung – Einige RDG-E sind in der Lage, Druckänderungen in den an die Endoskope angeschlossenen Spülschläuchen zu erkennen. Wenn die Spülfunktion eventuell nicht ordnungsgemäß ausgeführt wurde, wird der Anwender darauf aufmerksam gemacht und aufgefordert, den Zyklus erneut zu starten.

  • Rückverfolgungsmöglichkeiten – Einige RDG-E sind mit einem Scanner für RFID-Etiketten oder Barcodes ausgestattet, um die Endoskope, das jeweilige Aufbereitungspersonal und Verbrauchsmaterialien, die während der Desinfektion verwendet werden, zurückverfolgen und die Aufbereitungsdokumentation vereinfachen und verbessern zu können.

  • Zusätzliche Reinigung vor der Desinfektion – Viele RDG-E bieten einen zusätzlichen Reinigungszyklus vor der Desinfektion, um die manuelle Reinigung zu ergänzen.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Ofstead CL, Wetzler HP, Snyder AK, Horton RA. Endoscope reprocessing methods: a prospective study on the impact of human factors and automation. Gastroenterol Nurs. 2010;33(4):304-311. doi:10.1097/SGA.0b013e3181e9431a.

  2. Association for the Advancement of Medical Instrumentation. ANSI/AAMI ST91:2021 Flexible and semi-rigid endoscope processing in health care facilities. AAMI; 2021. https://www.aami.org/st91. Zuletzt aufgerufen im Mai 2025.

  3. American Society for Gastrointestinal Endoscopy. Multisociety guideline on reprocessing flexible gastrointestinal endoscopes. ASGE; 2020. https://www.asge.org/docs/default-source/default-document-library/multisociety-guideline-reprocessing-gi-endoscopes.pdf. Zuletzt aufgerufen im Mai 2025.